Der Gebel Uwainat (1934 m) ist ein Gebirgsmassiv im ägyptisch-libysch-sudanesischen Dreiländereck, er bedeckt eine Fläche von 1500 km2. Der Berg liegt in der südlichen Verlängerung des Gilf Kebir, des zu Ägypten gehörenden Hochplateaus. Die höchste Erhebung des Gebel Uweinat liegt in Sudan, der größere Teil des Berges gehört zu Libyen. Die Ländergrenzen wurden von den Kolonialmächten im 19. Jahrhundert mit dem Lineal gezogen.

Der Name bedeutet Berg der Quellchen. Durch die Höhe des Berges werden immer wieder Regenwolken, die aus dem subtropischen Afrika mitunter weit nach Norden kommen, abgefangen, sie regnen sich ab. Allerdings ist dieser Regen extrem selten und unvorhersehbar, es regnet etwa alle zehn Jahre. Natürliche Kavernen im Fels nehmen dann das Wasser auf und speisen damit auch in trockenen Jahren einige Quellen am Fuß des Massivs.

Der Gebel Uweinat wurde von dem Ägypter Ahmed Pasha Hassanein in den 20er Jahren erforscht und kartographiert. Weitere bekannte Forscher, die dieses Gebiet besuchten, waren in den 30er Jahren u.a. der Brite Bagnold, der Ungar Almasy und der deutsche Ethnologe Frobenius.

Der Gebel Uweinat kann geologisch in zwei Bereiche geteilt werden.
Der westliche Teil ist der erodierte Teil eines Granitdomes, der heute als Ringkomplex mit 25 km Durchmesser zu Tage tritt. Nach Westen hin wird der Gebel Uweinat durch drei große Täler entwässert. Im Süden sind zwei Quellen zu finden: Ain Ghazal und Ain Doua. Gespeist werden diese Quellen nur durch Regenwasser. Sie sind seit Menschengedenken nie trocken gewesen.

Der östliche Bereich besteht aus auf Granit aufliegendem Sandstein. Die komplexen Talsysteme im Osten münden in den Karkur Talh, dem bekanntesten Flusstal des Berges, auch das Akaziental genannt. Die Täler des Gebel Uweinat werden statt Wadi Karkur genannt. Die Mündung des Kalkur Talh liegt im ägyptischen Teil des Berges, in diesem Tal befindet sich auch die einzige Vegetation der ägyptischen Bergseite. Hier gibt es Akazien und schütteren Bodenbewuchs, was wiederum viele Tiere anlockt wie bestimmte Vögel (z.B. die Sahara-Steinschmätzer, arab.: zarzur), Mäuse, Geckos, Schakale und andere.
Die Gegend des Gebel Uweinat war in prähistorischer Zeit bewohnt, wie Hunderte von Felsbildern belegen. Im Karkur Talh finden sich die meisten und interessantesten Felsbilder des Gebel Uwainat. Es sind Felsbilder unterschiedlichster Art, nicht etwa in Höhlen versteckt, sondern an Felswände und -überhänge gemalt, gezeichnet oder geritzt. Diese Bilder finden sich hauptsächlich an der Südseite des Wadi und im südöstlichen Seitenwadi. Hauptthema der Bilder sind Tiere, wie Giraffen, manchmal ganze Herden, die auf der Flucht sind, aber auch Strauße, Antilopen, Gazellen und Rinder. Bilder von Menschen finden sich im Gegensatz zum Gilf Kebir nur selten.