Qasr Kharga
Die größte Stadt in Kharga ist Qasr Kharga, hier findet sich nur wenig alte Architektur. Es gibt den Mabrouk-Springbrunnen, geschnitzt von dem örtlichen Künstler Mabrouk und einen sehr belebten Markt.
An der Hauptstraße liegt das Kharga Museum, es ist in einem Gebäude untergebracht, das gestalterisch einem Grab in Bagawat nachempfunden wurde. Das Museum verlangt ein Eintrittsgeld. In der unteren Etage befindet sich eine abwechslungsreiche Sammlung von Antiquitäten aus der Umgebung. Das zweite Stockwerk zeigt eine beeindruckende Ausstellung von Münzen und koptischen Artefakten.

Die Glanzstücke des Museums sind:
Ein kompletter römischer Sarkophag aus Platanenholz, der in Labeka gefunden wurde.

Die Ba-Vögel. Sie wurden in Dush gefunden und sind aus angemaltem Holz. Es sind fünf Vögel, die die fünf Elemente repräsentieren, sie wurden zusammen mit der toten Person begraben. Alle fünf Vögel wurden benötigt, um den Übergang in die andere Welt sicher gewährleisten zu können.

Teile des Grabes von Im-Pepi, gefunden in Dakhla.

Die hölzernen Tafeln aus Kellis, auch sie wurden in Dakhla gefunden. Es handelt sich um Tafeln aus Platanenholz, die mit unterschiedlichen Inhalten, von Hochzeitsverträgen bis hin zur Dichtung, beschriftet sind.

Die doppelte Statue von Ima Bibi, einem früheren Gouverneur der Oase, zusammen mit seiner Frau.

Die Scheintür von M Khent-ka, von der der Direktor des Museums glaubt, dass sie das wichtigste Stück ihrer Sammlung ist. Diese Tür aus Kalkstein wurde in Balat gefunden und enthält den frühesten Hinweis auf die Oase, so weit bisher bekannt.

Hibis Tempel
Der Hibis Tempel ist ein gut konservierter Sandsteinbau, der Amun-Re geweiht ist. Er war vom Sand verschüttet, bevor er ausgegraben wurde und steht nun in einem Palmenhain. Man nähert sich dem Tempel durch durch ein römisches Tor mit interessanten Inschriften. Im Inneren der Säulenhalle gibt es eine Sammlung von Graffitis, die frühere Besucher einschließlich Rohlfs hier hinterlassen haben.

Bagawat
Der Friedhof Bagawat ist einer der frühesten und besterhaltenen christlichen Friedhöfe auf der ganzen Welt. Im Zentrum der Totenstadt steht eine Kirche. Die Gräber sind eine Mischung aus Grubengräbern und Kapellen. Insbesondere zwei dieser Kapellen haben sehr schön dekorierte Innenräume. Die Exodus-Kapelle ist mit Szenen aus dem Alten Testament verziert einschließlich Adam und Eva, der Arche Noah und Moses auf dem Berg Sinai. Die Kapelle des Friedens zeigt ebenfalls biblische Szenen und ist außerdem mit Weinreben und Pfauen dekoriert. Etwas über den Friedhof hinaus gibt es Felsengräber und das Kloster Mustafa Kashif, von dem nur die beeindruckenden Außenwände erhalten blieben. Von hier aus hat man eine hervorragende Aussicht über das Tal.

Dush
Die Festung Dush liegt strategisch günstig auf der Spitze eines Berges. Außer den Ruinen der Festung können auch die eines Tempels besichtigt werden. Der alte Name der Tempelfestung war Kysis. Mauerruinen sind alles, was von der Festung übrig geblieben ist. Von dem Sandsteintempel des Osiris stehen noch ein paar Säulen und Mauern. Man glaubt, dass ein Teil des Tempels einmal vergoldet war. Man muss hier übrigens Eintritt bezahlen. Unweit von Dush befindet sich die Darb al-Dush, eine alte Karawanenstraße, die nach Esna und Edfu führte. Es gibt außerdem ein Feld mit goldfarbenen Barchan-Dünen, es ist möglich, durch die Dünen nach Baris zu fahren.

Baris
Der Ort Baris war einst ein bedeutendes Handelszentrum an der Darb al-Arbain. Seine Einwohner trieben mit Esna im Nildelta direkten Handel.
Im 2 km entfernten Neu-Baris kann man die verlassenen Überreste eines Projektes sehen, das die Oase neu beleben sollte. Die Entwürfe stammten von dem ägyptischen Architekten Hassan Fathy, das Projekt war gut durchdacht und sehr praktisch auf das Leben in der Wüste zugeschnitten. Die Bauarbeiten wurden jedoch nie wieder aufgenommen, nachdem sie durch den Sechstagekrieg 1967 unterbrochen worden waren.

Al Deir
Ganz im Norden der Oase liegt Al Deir, eine beeindruckende römische Festung. Man braucht eine Besuchserlaubnis, aber es ist die Mühe wert. Die Festung hat zwölf Türme, dicke Mauern aus Lehmziegeln und ein Tunnelsystem, das Wasser auf die Felder und zu den Wirtschaftsgebäuden leitete. Ganz in der Nähe befinden sich noch eine Kirche und ein Friedhof.

Qasr al-Zayyan
So heißt der Ort einer weiteren römischen Festung, in der es auch einen Tempel gibt. Als sie in den 1980er Jahren restauriert wurde, fand man hier römische Münzen, Glas und Bronzefiguren.

Qasr al-Labeka
Eine der größten Festungen in Kharga war einst Qasr al-Labeka. Sie befindet sich an einem eindrucksvollen Ort, von dem aus die Darb al-Arbain überwacht wurde. Es sind noch zwei Aquädukte, einige Felsengräber und drei Gebäude - die Festung selbst und zwei Tempel - zu sehen.

Yardangs
10,4 km nördlich von Qasr Kharga auf beiden Seiten der Straße kann man sogenannte Yardangs sehen. Sie entstehen durch Winderosion in Gegenden, wo Wasser knapp ist und starke Winde stetig aus einer Richtung wehen. Diese Winde führen Sand mit sich, der wie ein Schleifmittel wirkt. Durch den Windschliff wird tiefer liegendes Sedimentgestein aus dem Untergrund herausgeschmirgelt. Es entstehen so parallel zur Hauptwindrichtung verlaufende Furchen, die auch unterbrochen sein können. Einzelne stromlinienförmige Körper werden geformt. Die so entstandenen Yardangs haben eine einzigartige und typische Form. Ihr Entstehungsprozess führt zu ganzen Feldern von Yardangs von etwa derselben Größe und Ausrichtung, sodass wegen ihrer Ähnlichkeit mit umgedrehten Schiffsrümpfen oft von einer Flotte die Rede ist.