Bad der Kleopatra
Dieser Brunnen ist auch bekannt als Sonnenquelle, er wurde von dem griechischen Geschichtsschreiber Herodot bereits im 5. Jahrhundert v. Chr. erwähnt. Die Wassertemperatur, so dachte man, wechsle auf wundersame Weise im Verlauf des Tages gemäß den Bedürfnissen der Badenden. Morgens sei das Wasser lauwarm und könne so von den Menschen angenehm zum Baden verwendet werden, mittags sei es kühl und könne benutzt werden, um die Pflanzen zu wässern, dann würde es allmählich wieder wärmer bis es in der Kühle der Nacht zu kochen beginne. Mittlerweile hat man herausgefunden, dass nicht die Wasser- sondern die Lufttemperatur sich ändert und dass es sich bei dem angeblichen Kochen des Wassers einfach um Gasblasen handelt!

Gebel Al Mawta
Die Siwaner glauben, dass es auf dem Gebel Al Mawta, dem Hügel der Toten, spukt und man nachts den Gesang von Geistern hören kann. Der Hügel ist über und über von Gräbern durchlöchert, von denen vier es besonders wert sind, besichtigt zu werden:
- Das Grab von Niperpathot ist eines der ältesten und größten und hat einen Eingangsbereich mit je drei Räumen auf beiden Seiten. Es ist reich mit Inschriften verziert.
- Das Grab des Krokodils ist ein Drei-Raum-Grab mit Dekorationen, die Hathor, die Göttin der Kuh, Osiris und auch einige Tiere, darunter ein Krokodil, zeigen. Fakhry erzählt eine Geschichte, wie die örtlichen Bewohner, die nie ein Krokodil gesehen hatten, von der Darstellung fasziniert waren, als das Grab 1941 entdeckt wurde. Sie spekulierten wild, wie groß wohl ein Krokodil in der Natur werden könnte: "Was seine Länge anbetrifft, schwankten ihre Schätzungen zwischen zehn und hundert Metern! Einige von ihnen wollten die Wahrheit von mir wissen, aber ich habe es unterlassen, irgendetwas dazu zu sagen, was ihren Spaß hätte verderben können." (Fakhry, Siwa Oasis. AUC, p. 187)
- Das Grab von Mesu-Isis ist ein unfertiges Grab. Es hat ein gut erhaltenes rot-blaues Relief mit heiligen Kobras über dem Eingang. Der Name des Besitzers kann aufgrund von Schäden nicht entziffert werden, das Grab ist daher unter dem Namen seiner Frau bekannt.
- Die Grabstätte von Si-Amun ist das vierte interessante Grab. Es ist das farbenprächtigste und schönste aller Gräber auf dem Hügel der Toten. Das Glanzstück dieses Grabes ist ein Bild der Göttin Nut, die unter einer Platane steht.

Gebel Dakrur
Dieser Berg hat drei Gipfel, er liegt ungefähr 5 km von der Festungsstadt Shali entfernt. Es lohnt sich, ihn zu besteigen, denn von oben hat man eine wunderbare Aussicht über Siwa. Es reicht aber schon, den Berg nur zur Hälfte zu besteigen, um mit einem Blick auf die sich darunter ausbreitende Oase belohnt zu werden. Auch hier soll es angeblich spuken. Es gibt zahlreiche Höhlen, einige sind natürlich andere von Menschenhand gemacht, sie wurden als Gräber genutzt und dekoriert. An diesem Berg wird Kalkstein gebrochen und sein roter Lehm wird für die Dekoration einheimischer Töpferwaren verwendet. Man glaubt, dass dieser Berg der Ort der legendären Lapis-, Smaragd- und Eisenminen ist, die Siwa in alter Zeit gehabt haben soll. Hier wird auch jährlich im Oktober ein drei Tage andauerndes Fest nur für Männer und Kinder gefeiert. Ein weiterer Grund für den Besuch dieses Berges sind die Sandkuren, bei denen der Patient - kurz gesagt - im Sand eingegraben wird und später in ein Zelt gebracht wird, um Suppe und Kräutertees zu trinken.

Shali
Die alte Stadt Shali dominiert die Oase. Ursprünglich lebten die Siwaner dort, wo das verlassene Dorf Aghurmi heute ist. Vor 800 Jahren wanderten sie zu ihrem jetzigen Platz und bauten eine Festungsstadt, die von hohen Mauern umgeben war und die ursprünglich nur ein Tor hatte. Sie wurde aus karshif-Blöcken errichtet, die aus salzhaltigem Lehm geformt wurden. Jede Familie musste sich im Verlauf der Jahrhunderte nach oben ausdehnen, wenn sie mehr Platz brauchte. Einige Häuser wurden auf diese Weise bis zu sieben Stockwerke hoch. Erst 1826 gab der Stadtrat seine Erlaubnis für den Bau von Häusern außerhalb der Stadtmauern, denn der Platz innerhalb hatte sich endgültig erschöpft. Mittlerweile sind die engen Gassen der alten Stadt nicht mehr bewohnt und manchmal kann es auch gefährlich unter den Füßen werden. Shali wird nachts effektvoll angestrahlt. Auf einem Gelände vor der alten Stadt gibt es freitags einen lebhaften Markt. Ganz in der Nähe steht die Moschee von Sidi Suliman, dem Schutzheiligen von Siwa. Auch ein Museum gibt es hier genannt das Siwa-Haus.

Tempel des Amun
Dieser berühmte Tempel steht in Aghurmi. Der Tempel des Amun beherbergte das wichtigste Orakel der alten Welt. Alexander der Große war nur einer der vielen wichtigen Oberhäupter, die sich von Siwa Antworten erhofften. Cimon, ein athenischer General, sandte eine Delegation zu dem Orakel mit der Frage nach dem Ausgang seines Krieges gegen Zypern. Bei ihrer Ankunft wurde den Männern gesagt, dass das Orakel nicht antworten könnte, weil Cimon schon bei ihm (Amun) sei. Als sie nach Hause zurückgekehrt waren, mussten sie feststellen, dass Cimon tot war und dass er an genau dem Tag starb, als sie die Botschaft von dem Orakel bekamen.
Cambyses konsultierte das Orakel nicht, sondern machte sich mit seiner Armee auf den Weg nach Siwa, um den Tempel zu zerstören. Auf dem Weg durch die Wüste ging die gesamte Armee im Sand verloren, ihre Leichen wurden nie entdeckt. Es gibt heute von dem einst so berühmten Tempel fast nichts mehr zu sehen. Aber eine geheimnisvolle Atmosphäre ist an diesem Platz geblieben, und es gibt viele Gerüchte über rätselhafte Ereignisse auf dem nahe gelegenen Friedhof. Man vermutet, dass es alte Tunnelverbindungen zwischen dem Tempel des Amun und dem zerstörten Tempel von Umm Abayd darunter gibt.

Fatnas
Diese Insel mit vielen Bäumen liegt im Birket Siwa, einem der Salzseen. Von der üppig grünen Insel hat man einen Blick auf den See und die umliegenden Berge, bei Sonnenuntergang sind die Farben oft spektakulär.